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Villa
Eine Villa bezeichnete ursprünglich ein meist freistehendes repräsentatives Einfamilienhaus auf dem Land, immer ergänzt um eine Gartenfläche.
Beschreibung
Seit dem 18. Jahrhundert entstanden zunehmend auch Villen in vorstädtischen Lagen.
Der Begriff Villa steht ursprünglich für ein vornehmes Haus auf dem Lande. Im Gegensatz zu Bauernhöfen dienten Villen allerdings nur selten landwirtschaftlichen Zwecken, und deren Besitzer hatten ihren Hauptwohnsitz häufig in einem Stadthaus. Die italienischen Villen der Antike und Renaissance bildeten als Landsitze des Stadtadels ein Pendant zu deren Stadtpalästen. Die Villenkultur hat seit der Antike ihre Tradition. Bereits Plinius der Jüngere (61-113 n. Chr.) zog das zurückgezogene Leben auf dem Lande dem Stadtgeschehen vor.
Eine Villa gilt als Ausdruck repräsentativer Wohnkultur und verfeinerter Lebensart, der Begriff ist entsprechend positiv besetzt. Daher wird der Ausdruck Villa oft auch als Synonym für andere Gebäudeformen verwendet: So werden Herrenhäuser als Mittelpunkt von landwirtschaftlichen Gütern oder kleinere Schlösser nicht selten als Villa bezeichnet. In jüngerer Zeit wird der Begriff in der Werbesprache irreführend auch für freistehende Mehrfamilienhäuser mit gehobener Ausstattung verwandt.
Daneben bezeichnet Villa im Wortgebrauch aber - wie auch das deutsche Gut - das ganze Landgut, und aus dem Wort bilden sich die späteren romanischen Ortsnamen auf Ville (frz.), Villa (span., pt.).
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts erlebte der seit der Gründerzeit anhaltende Boom des bürgerlichen Villenbaus einen neuen Höhepunkt, um dann mit Ende des ersten Weltkriegs abrupt abzubrechen. Die letzten klassischen Bürgervillen wurden in deutschen und österreichischen Großstädten bis 1917 gebaut. Ab 1918 wurden die meisten Häuser der schlechten wirtschaftlichen Lage entsprechend kleinmaßstäblicher geplant, und in Anpassung an die veränderte politische Lage weniger repräsentativ ausgeführt. In den 1920er und 1930er Jahren setzte sich die Moderne durch. Ein bekanntes Beispiel ist die Villa Savoye von Le Corbusier.
Die Villa als Bauform spielt nach Ende des Zweiten Weltkriegs lange Zeit eine nur mehr untergeordnete Rolle. Erst mit der Wiederentdeckung der noch erhaltenen historischen Villen und dem daraufhin einsetzenden Renovierungsboom gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts erlebte die Villa eine neue Blüte. Eine Beschleunigung erfuhr der Boom durch die seit der Wende auch für Westkapital wieder zugänglichen großen und vergleichsweise gut erhaltenen Villenviertel in Mitteldeutschland, der Region mit den meisten und größten Villenkolonien. Die Villenviertel zum Beispiel in Dresden, aber auch in und um Berlin erfuhren nunmehr stetig steigende Nachfrage, es wurden erstmals auch wieder Großvillen für private Bauherren erstellt. Als Durchbruch für eine Renaissance des Villenbaus gilt eine von Hans Kollhof im Jahr 2000 in klassizistischem Stil erbaute Villa in Berlin-Grunewald.
Vor dem Hintergrund des neuen Interesses an prestigeträchtigen Villen wird seit den 1990er Jahren in Deutschland das Wort Stadtvilla auch als werbende Umschreibung für repräsentativ gestaltete, freistehende Mehrfamilienhäuser genutzt.
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